12 Sinne komplex

Die griechischen Philosophen Demokrit und Aristoteles hatten schon die fünf klassischen Sinne beschrieben.  Rudolf Steiner war es, der Begründer der Anthroposophie, der sich mit den höheren Sinnen näher befasst hat. Er ist dabei auf 12 Sinne gekommen. Natürlich gehören unsere bekannten fünf klassischen Sinne zu den insgesamt 12 Sinnen, die ein Mensch demnach hat. Es ist aber erstaunlich, dass wir manchmal über Sinne reden und sie aber nicht zu unseren Sinnen zählen, bestes Beispiel der Gleichgewichtssinn. Wir reden von ihm, ignorieren ihn aber, wenn wir unsere Sinne aufzählen, weil er für viele nur ein „mechanisches“ System im Ohr darstellt. Genau betrachtet verteilen sich die Aufgaben dieser 12 Sinne sehr gut auf die 3 menschlichen Grundexistenzebenen Körper, Geist und Seele…

…… betrachten wir die einzelnen der 12 Sinne und ihre Aufgaben in den einzelnen Ebenen. (in Klammern stehen Abkürzungen, die interessanter Weise auch eine Art Eigenschaft der jeweiligen Ebene zeigt).

1.  Die Sinne der körperlich-materiellen Ebene (ko-ma)

Beginnen wir mit der Ebene des Körpers, der Materie. Um diese Ebene mit unseren Sinnen zu erfassen, benötigen wir die Sinne, die auf Materie und auf Substanz ansprechen. Dies sind drei der allgemein bekannten Sinne. Der Tastsinn zeigt sehr deutlich, wo es nicht mehr weitergeht, wo unsere persönliche Grenze ist. Dies spüren wir am deutlichsten bei festen Körpern. Bei weichen oder flüssigen Körpern ist die Grenze nicht so massiv, aber es bleibt immer eine deutlich spürbare Grenze.

Beim Geschmackssinn ist die Grenze nicht mehr so massiv, da die Substanzen, die wir schmecken, in uns eindringt. Wir köennen aber entscheiden, ob wir eine Grenze aufbauen wollen, in dem wir den Mund schließen.

Der Geruchssinn ist dagegen der Umwelt ausgeliefert, wir müssen riechen. Selbst wenn wir die Nase zuhalten, dringen immer noch geringste Mengen an Geruchsstoffen ein.

Alle drei genannten Sinne haben eines gemeinsam, sie stellen die Verbindung her zwischen uns und der materiellen Welt, es sind Kommunikationssinne.

Drei weitere Sinne gehören zur körperlichen Ebene, die sich aber mit der Kommunikation mit dem eigenen Körper befassen.

Da ist der Gleichgewichtssinn, den ich bereits angesprochen habe. Er achtet darauf, dass sich der Körper im Gleichgewicht befindet. Die Wahrnehmung, ob wir im Gleichgewicht sind, erfolgt in unserem eigenen Inneren und bezieht sich darauf.

Mit dem Gleichgewichtssinn eng verbunden ist der Bewegungssinn. Er vermittelt uns innerlich, ob wir in Bewegung oder in Ruhe sind.

Der letzte der Sinne in der körperlichen Ebene ist der Lebenssinn. Hiermit ist nicht der ’Sinn des Lebens’ gemeint, also die Frage, welchen Sinn das Leben hat, sondern der Sinn, der uns erfühlen lässt, dass wir leben, wie wir uns fühlen. Er dringt tief in unser Körperinnerstes ein und lässt uns spüren, dass wir wir sind.

Das Interessante an diesen körperlich-materiellen Sinnen ist, dass allein für diese Ebene sechs der 12 Sinne benötigt werden, für unsere „träge Masse“.

2.  Die Sinne der geistig-energetischen Ebene (ge-en)

Schreiten wir zur nächsten Ebene weiter, der Ebene des Geistes und der Energie, der geistig-energetischen Ebene. Wie wir schon vermuten, müssen hier die beiden fehlenden der fünf bekannten Sinne erscheinen. So ist es auch.

Der Sehsinn ist ein wunderschönes Beispiel für diese Ebene, er nimmt über die Augen die elektromagnetischen Schwingungen des Lichtes auf und der Geist verarbeitet die aufgenommenen Informationen. Ähnlich wie der Tastsinn im Körperlichen bleibt der Sehsinn an der Oberfläche, er dringt nicht in die Tiefe. Auch sind wir in der Lage, durch Schließen der Augen eine gewisse Grenze zu setzen, wodurch der Einfall des Lichtes stark reduziert wird.

In Gegensatz zum Sehsinn dringt der vom Hörsinn aufgenommene Schall tiefer ein. Er nimmt die Schallschwingungen auf und der Geist setzt sie wieder um. Da der Klang, den der Hörsinn wahrnimmt, nicht nur von der Oberfläche stammt, dringt er tiefer ein. Er nimmt auch das innere Wesen von etwas wahr, das schwingt, und erkennt damit auch die innere Qualität eines schwingenden Körpers, z. B. beim Klopfen auf ein Material wie Holz oder Stein. Selbst wenn wir die Ohren zuhalten, nehmen wir Schwingungen wahr, z. B. über die Kopfknochen.

Hiermit haben wir alle fünf bekannten Sinne besprochen, in der Ebene der Energie finden wir aber noch zwei weitere Sinne. Der erste davon ist der Wärmesinn. Wärme ist auch eine Form der Energie, diese Energie nimmt der Wärmesinn wahr einschließlich auch der kleinsten Veränderungen. Der Wärmesinn hält auch die Körpertemperatur konstant, weswegen er eng mit dem Gleichgewichtssinn zusammenarbeitet.

Der zweite dieser noch fehlenden Sinne in der Ebene der Energie und des Geistes ist der Wortesinn, oft auch als Sprachsinn bezeichnet. Während der Hörsinn nur wahrnehmen kann, dass ein Schallereignis wie ein Geräusch oder ein Wort  eingetreten ist, kann der Wortesinn hinter diesem Schallereignis erkennen, ob ein Sinngehalt vorliegt. Der Wortesinn fragt nach dem inneren Gehalt des aufgenommenen Klanges. Ist es nur ein Geräusch oder eine Sprache? Wenn es Sprache ist, ist es eine bekannte oder unbekannte Sprache. Der Hörsinn erfasst den Klang energetisch, der Wortesinn geistig.

Diese vier Sinne der gesamten 12 Sinne benötigen wir für diese Ebene der Energie und des Geistes. Es sind nur noch vier, die benötigt werden, da diese Ebene feinstofflicher und beweglicher ist als die materielle Ebene. Wir benötigen daher nur noch vier Sinne um diese Ebene wahrzunehmen und zu durchdringen.

3.  Die Sinne der seelisch-informationellen Ebene (se-in)

In dieser Ebene finden wir die letzten beiden der 12 Sinne. Da ist zunächst der Gedankenwahrnehmungssinn, manchmal auch nur als Gedankensinn bezeichnet. Dieser Sinn erfasst unsere Ideenwelt, unser Vorstellungsleben, das zunächst Unfassbare. Der Gedankensinn dringt tiefer ein als der Wortesinn, erfasst den Gedanken dahinter, den Gedanken des Anderen. Wenn von Telepathie gesprochen wird, ist dieser Sinn im Spiel, bei eineiigen Zwillingen lässt sich das gut beobachten. Aber auch dann, wenn wir jemand beobachten, der sich dann plötzlich umdreht und uns erstaunt anschaut.

Der letzte der 12 Sinne begibt sich vollends in den anderen, überlässt sich ganz dem kollektiven Bewusstsein. Der Ich/Du-Sinn, öfter als Ich-Sinn bezeichnet, dringt ein in das Ich der Anderen, geht am weitesten aus sich heraus, stellt die Verbindung her zwischen dem Ganzen und mir.

Vielleicht ist es klar geworden,  was bei einer radionischen Analyse und Balancierung angesprochen wird, bei mir, beim Anderen, die beiden höchsten Sinne. Vielleicht ist klar, welche Verknüpfungen dazu führen, dass innere Kommunikation mit dem anderen überhaupt erst möglich wird.

Noch einen kurzen Hinweis auf die Eigenschaften der oberen sechs Sinne, Intuition, Imagination und Inspiration.

Die Imagination hängt allein schon von der Wortbedeutung mit dem Sehsinn zusammen. Imago aus dem Lateinischen bedeutet Bild. Imagination hat daher etwas mit unserem bildlichen Vorstellungsvermögen zu tun, mit unserer Einbildungskraft. Der Wärmesinn gibt diesem inneren Bild noch eine Empfindung, z.B. ob es ein warmes oder kaltes Bild ist. So wird die Imagination davon bestimmt, wie weit Sehsinn und Wärmesinn ausgebildet sind.

Ähnlich ist es mit der Inspiration. Hier hören wir fast, wie uns die Eingebung eingeflüstert, eingehaucht wird (von lat. inspirare = einhauchen). Die Inspiration ist direkt mit dem Hörsinn verbunden. Die innere Tiefe der Eingebung bestimmt der Wortesinn. So bestimmen Hör- und Wortesinn unsere  Fähigkeit der Inspiration.

Nun zur Intuition. Es heißt ’Intuition ist die Intelligenz der Seele’. Diese Fähigkeit obliegt den beiden höchsten Sinnen, dem Ich/Du-Sinn und dem Gedankenwahrnehmungs­sinn. Wir hatten ja schon festgestellt, dass die höchsten Sinne auf das Ganze zugreifen. So erkennt und erfährt die Intuition unmittelbar, ganzheitlich Sachverhalte und Wirklichkeits­zusammenhänge ohne Umweg über eine logische Analyse. Die Intuition betrachtet und versteht das Ganze (von lat. intueri = anschauen, betrachten).

Dies ist auch ein Grund, warum bei der radionischen Analyse der Verstand am besten ausgeschaltet wird. Der Verstand ist nicht in der Lage den Blickpunkt der Intuition und damit der Seele einzunehmen und stört bei der intuitiven Arbeit nur. Wir sollten aber trotzdem nett zu ihm sein, er ist schnell beleidigt und wir brauchen ihn unbedingt für die beiden Ebenen darunter, z.B. für die Imagination und Inspiration.

Z. B. D. G. – Zum Besten des Ganzen

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