12 Spielregeln des Lebens / 7

VonPeter W.

12 Spielregeln des Lebens / 7

Monatsbeitrag Juli 2020

Spielregel Nr. 7: Buhlen

Von Peter W. Köhne

Es gibt viele Spielregeln im Leben, Gebote, Gesetze, Vereinbarungen, die nicht alle in den unterschiedlichen Kulturen gleich sind. Die bekanntesten Spielregeln des Abendlandes sind wohl die 10 Gebote des alten Testaments, da diese das Abendland am stärksten geprägt haben. Allerdings sind auch diese Gebote nicht einheitlich, wie ich im Januar-Blog gezeigt habe. In diesem Monat geht es ums Buhlen.

Buhlen oder Ehebrechen?

Bei der 6. Spielregel haben wir schon die Frage gestellt, ob der Urtext etwas anderes aussagt als die Übersetzung von Luther, wobei wir nur die Schwere der Aussage betrachtet haben. Bei der 7. Spielregel ist es etwas anders, die Aussagen haben eine unterschiedliche Betrachtungsrichtung.

Buhlen wird heute meist als ein veraltetes Wort gesehen, wird aber noch verwendet, wenn es darum geht, um die Gunst eines anderen zu werben. Dabei kann es sich auch um ein Liebesverhältnis handeln. Bei der Betrachtung der Aktionsrichtung einer buhlenden Person bezogen auf eine feste Beziehung wie Ehe oder Lebenspartnerschaft greift das Buhlen von außen in die Beziehung ein. Der Buhlende schiebt quasi ein Keil zwischen die Partner und bricht die Verbindung auf.

Beim Ehebrechen geht die Aktion von der Beziehung aus der Partnerschaft heraus nach außen, einer der beiden Partner bricht die Verbindung von innen heraus auf.  Als Ehebruch gilt im allgemein der vorsätzliche sexuelle Verkehr eines Ehepartners mit einer dritten Person.

Bestrafung

Wie mit einem Ehebruch umzugehen ist, ob er bestraft oder ignoriert wird, ist ein sehr weites Feld, das von einer einvernehmlichen Trennung und Lösen der Beziehung bis hin zum Todesurteil reicht. In matriarchalischen Systemen gilt ein Ehebruch meist als weniger schwerwiegend, da die soziale Bedeutung der biologischen Vaterschaft als gering angesehen wird.

Die patriarchalischen Systeme griffen und greifen auch heute in manchen Teilen der Welt noch zu drakonischen Strafen. Dabei waren und sind oft Frauen generell die Beschuldigten und wurden zum Beispiel nackt und kahl geschoren durchs Dorf getrieben und verprügelt. In orientalischen Ländern galt und gilt teilweise heute noch die Steinigung.

In den meisten Ländern der Welt ist Ehebruch nicht mehr als Tatbestand erfasst.

Scheidung

Ehebruch ist sicher noch ein Grund, sich scheiden zu lassen, allerdings spielt dies im Scheidungsrecht keine Rolle mehr, da in Deutschland das Zerrüttungsprinzip gilt. Dies bedeutet, dass die Partner mindestens ein Jahr getrennt leben müssen, bevor sie sich scheiden lassen können. So gesehen hat sich diese 7. Lebensregel eigentlich überholt, auch wenn sie in Bereichen stark gläubiger Gemeinschaften noch Anwendung findet.

Drum prüfet, wer sich ewig bindet …

… ob sich nicht noch was Besseres findet … heißt es manchmal im Volksmund scherzhaft. Manche sehen die EHE auch als ein Kürzel mit lateinischem Hintergrund  „Errare Humanum Est“ … Irren ist menschlich …

Gut ist es wirklich, sich erst fest zu binden, wenn die Basis für eine reine, lang währende Liebe gelegt ist. Verlieben, also vergebliches Lieben, ist zwar schön, reicht aber meist noch nicht aus, um die drei Säulen einer Partnerschaft:  Liebe, Offenheit und Vertrauen stabil zu halten.

Auch dieser Beitrag zeigt, dass die Spielregeln des Lebens doch bis in die tieferen Zusammenhänge beleuchtet werden müssen, wobei das Thema Monogamie oder Polygamie noch außen vor bleibt. Hier wieder die vier Betrachtungsmöglichkeiten wie im Januar-Blog beschrieben:

Die BIBEL (Martin Luther):
Du sollst nicht ehebrechen.

Die SCHRIFT (Hebräischer  Urtext):
Buhle nicht.

Authentische Aussage (Pierre de Forêt):
Der Mensch ist geschaffen in Körper und Geist, sich zu verbinden in Körper und Geist mit seines-gleichen und allem was der Schöpfer geschaffen hat. So wie die Rinde kein Baum ist, so ist der Körper kein Mensch. Du aber sollst dich verbinden mit deinem Nächsten in Körper und Geist und sollst nicht trennen, was dein Schöpfer als das Eine geschaffen hat.

Die  5. Verpflichtung (Neale Donald Walsch):
Ihr entweiht die Reinheit der Liebe nicht durch Unehrlichkeit oder Täuschung, denn das ist ehebrecherisch. Ich verspreche euch, dass ihr, wenn ihr Gott gefunden habt, diesen Ehebruch nicht begehen werdet.

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1 Kommentar bisher

KoraiEingestellt am5:51 pm - Jul 1, 2020

Um meine Aufmerksamkeit beim Lesen zu zeigen: beim Wort „betraft“ fehlt ein s. Um mein Interesse zu zeigen: errare humanum est (EHE) … erkenne ich jetzt erst, danke stimmt!
Gerne folge ich Deinen Blogs weiter, weil sie aus dem allgemeinen Informationsmüll positiv herausleuchten.

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