Kategorien-Archiv Monatsbeiträge

VonPeter UU

12 Spielregeln des Lebens / 4

Monatsbeitrag April 2020

Spielregel Nr. 4: Feiertag

Von Peter W. Köhne

Sabbat, der 7. Tag

Nach dem Bericht aus der Bibel (Tanach) erfolgte die Schöpfung innerhalb von sechs Tagen, dabei zuletzt der Mensch. Am siebten Tag, als alles erschaffen war, ruhte der Schöpfer und heiligte diesen Tag, den Sabbat. Interessant ist auch hier, dass immer von ER bzw. IHM gesprochen wird, eine deutliche Personifizierung Gottes. In der nordischen, germanischen Betrachtung wird von DAS GOTT oder UR gesprochen.

So spiegelt diese Feiertagsregel wieder den patriarchalischen Hintergrund, aber nicht nur dort. Nach dieser Regel sind nur der „Hausherr“, der Sohn, die Tochter, die Sklaven (Knechte und Mägde) aber auch Fremde/Gäste und sogar das Vieh gemeint, die Frau gehört wohl nur zum „Inventar“. Diesen Ansatz hatten wir schon bei der genaueren Betrachtung der Schöpfung von Mann und Frau mit der „Rippe“ gesehen.

Ein anderer Aspekt wird hier wohl übersehen, das kontemplative Innehalten des „Schöpfers“ nach Abschluss eines jeden Tages … und Gott sah, dass es gut ist. Wenn ich abends im Bett liege, lasse ich den Tag auch noch einmal Revue passieren und danke dafür. Auch dies ist ein ähnlich heiliger Moment.

Sonntag, der 7. Tag

In der christlichen Welt ist der Sabbat, Samstag, der 6. Tag und der Sonntag der 7. Tag. Konstantin der Große machte den Sonntag zu Beginn des 400. Jh. zum gesetzlichen Feier- und Ruhetag. Damit wurde wohl dem Rechnung getragen, dass Jesus bereits am Freitag vom Kreuz genommen wurde und die Auferstehung Jesu am Sonntag erfolgte. Je nach Glaubensrichtung wird auch der Samstag und Sonntag gefeiert. In unseren Breiten beginnt die Woche mit dem Montag und endet als 7. Tag mit dem Sonntag.

Planetare, Wochentagsnamen

Die Reihenfolge der Wochentagsnamen geht auf die Babylonier zurück und richtete sich nach den Gestirnen unseres Sonnensystems, die derzeit als Götter angesehen und später sinngemäß von den Germanen übernommen wurden. Dabei ist dann der 7. Tag wieder der Sabbat, Samstag.

In der Hermetik werden die Organe des Geistkörpers, die Planetare, auch nach den ersten sieben Planeten unseres Sonnensystems benannt (ohne die Erde). Der Samstag geht aber wieder auf den Sabbat zurück, obwohl er der Saturntag (engl. Saturday) wäre.

Im Zusammenhang mit dem Sabbat ergeben sich noch andere Fragen: Warum wurde Jesus schon am Freitag vom Kreuz genommen? Warum sieben Tage?

Hier wieder die vier Betrachtungsmöglichkeiten wie im Januar-Blog beschrieben:

Die BIBEL (Martin Luther):

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist … …

Die SCHRIFT (Hebräischer  Urtext):

Gedenke des Tags der Feier, ihn zu heiligen. Ein Tagsechst diene und mache all deine Arbeit, aber der siebente Tag ist Feier IHM, deinem Gott: nicht mache allerart Arbeit, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Dienstknecht, deine Magd, dein Tier, und dein Gastsasse in deinen Toren … …

Authentische Aussage (Pierre de Forêt):

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dir dein Brot erarbeiten, doch lebst du nicht vom Brot allein. Darum halte auch Einkehr im Geiste und gib deiner Seele ihre Nahrung.

Die  4. Verpflichtung (Neale Donald Walsch):

Ihr denkt daran, mir einen Tag vorzubehalten und nennt ihn heilig. Das, damit ihr nicht lange in eurer Illusion verharrt, sondern euch dazu bringt, euch daran zu erinnern, wer und was ihr seid. Dann nennt ihr bald jeden Tag einen Sabbat und jeden Augenblick heilig.

Nächster Beitrag Mai 2020: Spielregel Nr. 5, Eltern

VonPeter UU

12 Spielregeln des Lebens / 3

Monatsbeitrag März 2020

Spielregel Nr. 3:  Namensmissbrauch

Von Peter W. Köhne 

„Oh, mein Gott…“

Wie schon bei den ersten beiden Spielregeln (Gott und Gottesbild) geht es auch hier wieder um Gott, ganz gleich wie wir ihn dabei nennen, Gott, Allah oder noch anders. Wie oft hören wir Aussprüche wie „Mein Gott, wie konnte das passieren“ oder „Oh Gott, nicht das noch“ oder „ Gott verdammich, wieso passiert das mir?“. Auch Wünsche werden immer wieder an Gott herangetragen … Lieber Gott, bitte gib mir dies oder jenes … oder lass dies oder jenes geschehen oder nicht geschehen  … Besser wir lernen, unsere spirituelle Schöpfungsaufgabe zu erfüllen, die uns aufgetragen wurde.

Schlimm fand ich einen Anruf nach einem Geschen in der Welt, bei dem mich der Anrufer fragte: „ …wie kann Gott so etwas zulassen?“. Ich habe ihn gefragt, was Gott damit zu tun habe. Er beharrte darauf, dass Gott so was nicht zulassen dürfe. Ich habe ihm dann ganz krass geantwortet: „Das geht Gott am Arsch vorbei, diese Probleme sind rein vom Menschen gemacht, es ist nicht Gottes Aufgabe, sich darum zu kümmern.“ Der Anrufer hat sich seit dem nie wieder bei mir gemeldet.

Es ist erstaunlich, wie wir Menschen immer wieder versuchen, für irgendetwas einen Schuldigen zu finden, wenn wir es selbst verbockt haben. Finden wir keinen anderen Schuldigen, muss zuletzt Gott dafür herhalten. Als jetzt die USA den iranischen General Soleimani getötet hatten, rief einer der vielen tausend Menschen, die deswegen auf die Straße gingen: „… mit Allahs Hilfe werden wir Rache üben…!“ Also wieder die Frage: Was hat Gott damit zu tun?

Pervers, Waffen im Namen Gottes zu segnen

Ist es nicht pervers, wenn immer wieder bei Kriegen zwischen christlichen Armeen beide Seiten ihre Waffen im Namen Gottes gesegnet haben? Wie sollte das funktionieren? Sollte Gott gegen sich selbst kämpfen?

Gotteslästerung

Abschließend sei noch ein anderer Namensmissbrauch erwähnt, die Blasphemie, die Gotteslästerung. Gibt es wirklich Menschen, die sich einbilden, sie wüssten, wie Gott gelästert werden kann?  Um dies zu wissen, müssten sie wenigstens auf der gleichen Stufe stehen wie Gott oder ihn so gut kennen, weil sie über ihm stehen. Denn wie sollte irgendjemand das wissen? Wäre dies nicht die wahre Blasphemie? Die Vergebung der Sünden durch Geistliche lassen wir hier beiseite, dazu müssten wir uns erst klar werden, was Sünde wirklich ist …

Jetzt aber wieder die vier Betrachtungsmöglichkeiten wie im Januar-Blog beschrieben:

Die BIBEL (Martin Luther):

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

Die SCHRIFT (Hebräischer  Urtext):

Trage nicht Seinen deines Gottes Namen auf das Wahnhafte, denn nicht straffrei lässt ER ihn, der seinen Namen auf das Wahnhafte trägt.

Authentische Aussage (Pierre de Forêt):

Wenn du Gutes tust, dann tust du es dir selbst. Und wenn du Unrecht tust, dann tust du es dir selbst. Du selbst bist die Quelle deines Wohlergehens und Leidens, also hadere nicht mit deinem Schöpfer.

Die  3. Verpflichtung (Neale Donald Walsch):

Ihr missbraucht nicht den Namen Gottes und ihr ruft mich auch nicht um nichtiger Dinge wegen an. Ihr versteht die Macht des Wortes und der Gedanken und denkt nicht einmal daran, den Namen Gottes auf gottlose Weise auszusprechen. Ihr gebraucht meinen Namen nicht vergeblich (d.h. ergebnislos), weil ihr es nicht könnt, denn mein Name – das große ICH BIN – wird nicht und kann niemals vergeblich ausgesprochen werden. Wenn ihr Gott gefunden habt, werdet ihr dies wissen.


Nächster Beitrag April 2020: Spielregel Nr. 4, Feiertag

VonPeter UU

12 Spielregeln des Lebens / 2

Monatsbeitrag Januar 2020

Spielregel Nr. 2:  Das Gottesbild

Von Peter W. Köhne 

Wie sieht Gott aus?

„Stelle dir einen blauen Elefanten vor!“ … und? Wie sieht er aus? Groß… klein … wie der aus der Sendung mit der Maus? Bei der Aufforderung „Du sollst dir kein Bildnis machen …“ wer ist da nicht geneigt, wenn es um Gott geht, sich vorzustellen, wie Gott aussehen mag? Bilder, wie Gott aussehen könnte, gibt es viele. Das Bekannteste ist wohl das kindliche Bild des alten Mannes mit dem weißen Bart auf einer Wolke. Nur wie bei einem Kinderspielzeug sind wir diesem Bild längst entwachsen.

Werden wir nicht durch die Schöpfungsgeschichte von Moses im alten Testament dazu verleitet, uns Gott vorstellen zu wollen? … Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde … da ist es wieder, also doch eine Menschengestalt? Nein, wir müssen genauer hinschauen, dann verstehen wir, dass ES unvorstellbar ist.

Gott machte sich ein Bild der Schöpfung

Was war das für ein Bild Gottes? Eine Vorstellung, eine Idee, eine Vision von einer Schöpfung, der gesamten Schöpfung, nicht nur der eines Menschen. Im Grunde wissen wir seit Jahrtausenden, wie dieses Bild aussieht, sogar die Mediziner nutzen es immer mehr, Körper, Geist und Seele, das Ganze. Und jetzt ist es ganz einfach, wenn nämlich Gott auch auf dieses Bild zurückgeht. Wie muss dann aber Körper, Geist und Seele Gottes angeordnet sein? Natürlich nicht wie beim Menschen, dann wäre es ein Mensch. Nein, göttlich, um eine Ebene nach oben verschoben. Die Gott-Seele steht dann über allem, der Gott-Geist, der heilige Geist, ist dann auf der Ebene der Mensch-Seele. Aber was ist dann der Körper Gottes? … Das gesamte Universum, alles, das Ganze polare Universum, das Raum/Zeit Kontinuum, der Minkowski-Raum … !!!  Zufrieden oder geschockt?

Jetzt bekommen die Gott-Attribute allumfassend, allwissend und allmächtig erst das richtige Gewicht! Hier aber nun die vier Betrachtungsmöglichkeiten wie im Januar-Blog beschrieben:

Die BIBEL (Martin Luther):

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht … …

Die SCHRIFT (Hebräischer  Urtext):

Nicht mache dir Schnitzgebild und alle Gestalt, die im Himmel oben, die auf Erden unten, die im Wasser unter der Erde ist, neige dich ihnen nicht, diene ihnen nicht … …

Authentische Aussage (Pierre de Forêt):

Es gibt kein Bild, das deinem Schöpfer gerecht wird, denn sein Geist ist in allem, was ist, am Himmel und auf Erden – aber nichts, was ist am Himmel und auf Erden, ist ES.

Die  2. Verpflichtung (Neale Donald Walsch):

Ihr betet nicht länger menschliche Liebe oder Erfolg oder Macht oder irgendein Symbol davon an. Ihr gebt alle diese Dinge auf, so wie ein Kind sein Spielzeug ablegt. Nicht, weil diese Dinge nichts wert sind, sondern weil ihr ihnen entwachsen seid.

Nächster Beitrag März 2020: Spielregel Nr. 3, Namensmissbrauch

VonPeter UU

12 Spielregeln des Lebens / 1

Monatsbeitrag Januar 2020

Spielregel Nr. 1:  Gott

Von Peter W. Köhne 

12 Spielregeln, 10 plus 2

Es gibt viele Spielregeln im Leben, die nicht alle in den unterschiedlichen Kulturen gleich sind. Die bekanntesten Spielregeln des Abendlandes sind wohl die 10 Gebote des alten Testaments, da diese das Abendland am stärksten geprägt haben.

Allerdings sind auch diese Gebote nicht einheitlich, weswegen ich bei der Betrachtung der 10 Gebote vier verschiede Deutungen gegenüber stelle. Regel 11 und 12 habe ich aus der Erfahrung meiner Arbeit hinzugefügt. Die vier Betrachtungen sind:

  1. Aus der BIBEL in der Luther-Übersetzung
  2. Aus der SCHRIFT, die fünf Bücher der Weisung; der hebräische Originaltext verdeutscht von M. Buber und F. Rosenzweig
  3. Die authentische Aussage der zehn Gebote aus „Im Herzen der Wirklichkeit“ von Pierre de Forêt
  4. Die zehn Verpflichtungen aus „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch

Die Regeln 11 und 12 ergänzend dazu,  die Ethik und Verpflichtung eines jeden Menschen, seinen eigenen Weg zu gehen

Die 1. Regel, das 1. Gebot, Gott

Beginnen wir mit dem 1. Gebot. Um dieses zu verstehen, eine kurze Erläuterung, warum dieses Gebot überhaupt erforderlich war. Eine Massenflucht (Exodus) der Israeliten aus Ägypten gab es nach neuesten Erkenntnissen nicht. Moses schrieb die Genesis wohl eher für ein kleineres Nomadenvolk am Rande Ägyptens. Dieses Volk hatte mehrere Götter, darunter auch JHWH / JHVH (Javeh), bei uns auch als Jehova bekannt. Eigentlich heißt es JEVE, wobei EVE allein das gegenwärtige Sein, die Lebenswurzel beschreibt. Mit dem J davor, dem Zeichen der potenziellen Manifestation und Ewigkeit bekommt JEVE die Bedeutung: „Das, was da ist, das da war und das da sein wird.“

Moses erhob somit JEVE zum alleinigen Gott und legte damit die monotheistische Betrachtung fest. Zur Frage des Monotheismus und ob es wirklich monotheistisch ist, an anderer Stelle mehr. Unter diesen Aspekten nun die vier Betrachtungsmöglichkeiten, wie oben aufgezählt:

Die BIBEL (Maritn Luther):

Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, dem Diensthause, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.>

Die SCHRIFT (Hebräischer  Urtext):

Ich bin dein Gott, der ich dich führte aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Dienstbarkeit. Nicht sei dir andere Gottheit mir ins Angesicht.

Authentische Aussage (Pierre de Forêt):

Dein Ursprung ist der Schöpfer von Himmel und Erde. In ihm und aus ihm nahm alles seinen Anfang. ES ist die einzige Quelle all dessen was ist.

Die  1. Verpflichtung (Neale Donald Walsch):

Ihr liebt Gott mit ganzem Herzen, ganzem Geist und ganzer Seele. Ihr stellt keinen anderen Gott über mich.

Nächster Beitrag Februar 2020: Spielregel Nr. 2, Gottesbild

VonPeter UU

Schöpfungsblockaden

Monatsbeitrag Dezember 2019

Was verhindert eine erfolgreiche Schöpfung?

Von Peter W. Köhne

Seit dem Julibeitrag haben wir nach und nach erfahren, wie Schöpfung funktioniert und wie wir es selbst erlernen und erfahren können. Wie wissen auch, wie sich positive und negative Erwartungshaltungen auswirken. Es gibt aber noch fünf schwerwiegende Störungen, die den Ablauf nicht nur unserer Schöpfungen sondern die Handlungen in der ganzen Welt blockieren können. Ich meine die fünf Perversíonen des Verstandes.

Was das ist? Diese fünf sind dafür verantwortlich, dass in der Welt einiges falsch läuft, es immer wieder Probleme und Schwierigkeiten im Leben der Menschen gibt. Ich rede von den fünf negativen Leidenschaften Lust, Gier, Bindung, Eitelkeit und Ärger. Dies muss ich näher erläutern.

Das liest sich sicher sehr alltäglich, aber genau das ist der Grund, warum die fünf immer wieder unterschätzt werden. Sie schleichen sich heimlich und unterschwellig ein und bevor es uns bewusst wird, stecken wir schon in der Falle. Schauen wir sie uns einmal an, es ist zwar etwas mehr zu lesen, aber es ist wichtig für unser Leben! … und quasi ein Weihnachtsgeschenk …

Beginnen wir mit der  LUST. Am deutlichsten finden wir die Lust in der Genuss-Sucht wie Fress-Sucht, Alkohol- und Zigaretten-Konsum und natürlich in der Abhängigkeit vom Rauschgift und Mode-Drogen. Aber heute äußert sich die Lust auch in Spiel-Sucht, nicht zuletzt mit PC-Spielen. Der Film „Play“, der vor kurzem im Fernsehen zu sehen war, führte sogar soweit, dass die Süchtige nicht mehr zwischen Vision (virtual reality) und Realität unterscheiden konnte und in ihrem Suchtwahn einen Menschen fast umbrachte.

In Richtung Wolllust zeigt sich die Lust bei sexueller Promiskuität, also einem häufigen Wechsel des Sexpartners. Schauen wir die Werbung an, eine ständige Anregung der Begierde und Lust. Interessant dabei ist, dass 85% der Werbung auf die Bedürfnisse und Wünsche der Frauen abgestimmt sind. Langeweile erzeugt Lust, auch darauf zielt die Werbung ab.

Verwandt mit der Lust ist die GIER. Das Wort Gier ist schon in der Be-Gier-de versteckt, womit sich zeigt, dass die Gier Angst hat, um ihre Lust gebracht zu werden. Bei der Gier handelt es sich um Geiz, Falschheit, Heuchelei, Verdrehen der Tatsachen, Bestechung und Betrug aller Art, Räuberei und Meineid. Fast immer sind dies Mittel, um schnell und leicht zu Geld und Ruhm zu kommen, ein sehr zwiespältiger Ruhm. Gier ist eine Bindung an materielle Dinge, sowie auch die Lust eine Bindung an die körperlichen Sinne ist.

Die BINDUNG ist jetzt schon ein paar Mal genannt worden. Die Bindung ist im Verstand verankert und wird auf die körperlich-materielle Ebene projiziert. Bindung, also
Anhaftung an etwas,  entsteht immer auf Grund von Täuschung, also Verblendung, eines der Geistesgifte im Buddhismus. Diese Täuschung entsteht aus einer falschen Wertung z. B. in der Verantwortung für Familie, Stellung, Schulden und Religion. Die meisten Religionen versuchen durch falsche Wertung die Gläubigen an sich zu binden. Durch diese und andere Bindungen wird die spirituelle Entwicklung verhindert. Auch alles Bemühen, der physischen Existenz Dauer zu verleihen, ist Bindung durch Schönheitschirurgie und Medikamente, die angeblich das Leben verlängern sollen, auch Kuren zu Verjüngung zählen dazu.

Nun zu den die letzten beiden Leidenschaften, zunächst die EITELKEIT. Dazu zählt Selbstgefälligkeit, Egoismus und Egomanie. Eitelkeit ist eine bösartige Selbstsucht, die niemals Sinn für Humor hat. In der Selbst-sucht ist wieder die Lust versteckt. Alle fünf Leidenschaften sind in einander verwoben, wo die eine ist, sind die anderen vier nicht fern. Weitere Aspekte der Eitelkeit sind Engstirnigkeit, Anmaßung, Demonstration von Reichtum und Macht in ihrer Haltung und Kleidung. Das erkennen wir oft an Statussymbolen, die das unterstreichen sollen. Eitle Menschen sind rechthaberisch, zänkisch, tadelsüchtig, arrogant und stellen ihre eigene Person besonders heraus.

Diktatoren sind meist eitel, Religionskämpfe werden aus Eitelkeit geführt nach dem Motto, ‚Ich habe Recht’. Der Fehde-Handschuh, der früher zum Duellieren aufforderte, war ein Symbol der Eitelkeit. Das Schlimme an der Eitelkeit ist, dass sie heimtückisch daher kommt. Sie ist die Perversion, die wir als Letzte ablegen.

Als letzte der fünf Leidenschaften nun noch der ÄRGER oder Zorn. Ärger hat immer etwas mit Kampf und Streit zu tun. Ärger diskriminiert andere, z. B. indem man schlecht von anderen denkt, ihre Handlungsweisen kritisiert, ihnen Vorhaltungen über ihre Fehler macht, chronisch an ihnen herumnörgelt, sie ausschimpft, sie verantwortlich macht für etwas, was schief geht, obwohl sie gar nichts damit zu tun hatten, sie schmäht und verdammt. Ärgerliche Menschen sind sehr schnell und leicht beleidigt. Ärger verhindert Aufmerksamkeit und Konzentration. Eine ärgerliche oder zornige Mutter sollte ihr Kind in dem Zustand nicht stillen, das ist Gift für das Kind.

Andere Phasen des Ärgers sind Verleumdung, abfälliger Klatsch, üble Nachrede, Fluchen, Nörgelei, Übellaunigkeit und  Reizbarkeit, aber auch Streitsucht, Neid, Arglist, Ungeduld, Spott und zersetzende Kritik. Es fällt auf, dass sich hier drei andere Leidenschaften eingeschlichen haben, die Lust bei der Streit-sucht und weiter die Gier und Eitelkeit.“

Es gibt das Sprichwort: Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Dies ist ein Paradebeispiel, wie alle fünf Leidenschaften zusammen auftreten. Die Eifersucht ist wirklich eine Sucht. Sucht hat ja etwas mit suchen zu tun, also das suchen nach Lust. Hierbei kehrt sich die Lust sogar um, denn der eine sucht danach, wo der andere Lust empfunden hat. Damit kommt auch der Neid ins Spiel und ebenso der Ärger. Eifersüchtige Menschen fühlen sich in ihrer Eitelkeit verletzt und haben Angst, dass die Bindung an den Partner gelöst werden könnte. Die Be-Gier-de etwas herauszufinden führt zum Schluss sogar soweit, dass der eifersüchtige Mensch begierig ist herauszufinden, was er dem anderen anhängen kann, um dann zu sagen, dass der andere die Schuld hat, wenn man sich jetzt trennen muss. Daraus lässt sich auch schließen, dass in vielen Fällen die Eifersucht dazu dient, den Partner loszuwerden.

Aber genug dieser Betrachtung, besonders vor Weihnachten. Nein, besonders deswegen, denn ich kenne viele Familien, bei denen es in dieser Zeit mehr Streit gibt als im Rest des Jahres und das ausgerechnet zum Fest der Liebe.

Lösen wir das Ganze auf, indem wir das rechte Maß finden und diese Leidenschaften mit dem positiven Gegenpol ausgleichen.

Der Gegenpol der Lust ist innerer Frieden oder innerer Abstand, und damit gut geeignet für die Weihnachtszeit. Unterscheidungsvermögen ist der Gegenpol zur Gier. Wenn wir gelernt haben zu unterscheiden, was wichtig und unwichtig ist, was wirklicher Gewinn oder Verlust ist, was gut ist auszusprechen und was nicht, führt das nach und nach zur Bescheidenheit. Dann ist uns bewusst, dass das, was wir wirklich benötigen, für uns da ist. Wenn wir das wissen, ist jede Gier überflüssig.

Nichtbindung hebt die Bindung auf, an eine Sache, Person, eine Glaubensrichtung oder eine Theorie, und macht uns frei. Es ist völlige Losgelöstheit, die uns entbindet, wir haften dem Materiellen und z. B. auch der Lust bzw. Wolllust nicht mehr an. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass wir absolut enthaltsam leben müssen, wie manche Religionen es verlangen. Sexualität gehört zum Menschen wie Essen und Trinken, aber eben angemessen und liebevoll, also mit dem rechten Maß.

Bei der Eitelkeit ist es gut, wenn wir uns selbst beobachten, denn die Eitelkeit schleicht sich auf leisen Sohlen an uns heran und schon hat sie uns gepackt. Hier ist Einfachheit und Zurückhaltung angesagt. Dies ist eine Haltung der Demut und Bescheidenheit, denn wahre Größe zeigt sich nicht daran, dass man sich mit aller Gewalt in den Vordergrund spielt.

Ärger fordert nicht zuletzt Toleranz und Nachsicht, um ihn zu transformieren. Toleranz führt dabei oft zu der Erkenntnis, dass das, was wir soeben in unserem Ärger am Anderen kritisieren, eine Projektion unserer eigenen Fehler auf den Anderen ist. Mit etwas mehr Nachsicht sind wir auch nicht so schnell beleidigt und können viele Streitereien vermeiden. Toleranz und Nachsicht bringen uns dahin, dass wir immer mehr mit Liebe, Wahrheit und Güte handeln. Stellen wir also folgende Frage und nicht nur in der Weihnachtszeit:

Was in meinem Leben kann ich tun, um das rechte Maß zu finden?

Mit den Monatsbetrachtungen wollen wir helfen, für jeden Monat einen wichtigen Aspekt des Lebens und der Welt aufzuzeigen und zur Umsetzung anzubieten, in diesem Monat Dezember 2019 herauszufinden, wie wir die fünf Perversion des Verstandes mit dem rechten Maß der Gegenpole ausgleichen können.

Ideal zur Meditation geeignet, um die Tiefe dieser Aussage zu erkennen und in den eigenen Alltag zu integrieren!

Alle Beiträge behandeln auch Inhalte der

HUMANEUTIK®, der Lehre vom guten und richtigen Umgang mit sich selbst und der Menschen untereinander.

Summary: Wie funktioniert die Schöpfung, Lust, Gier, Eitelkeit, Ärger, Bindung, Unterscheidungsvermögen, innerer Abstand, Bescheidenheit, Einfachheit, Nachsicht, Losgelöstheit, Eifersucht, spirituelle Freiheit, Jivan Mukti, Perversionen des Versandes, negative Leidenschaften, das rechte Maß, Erwartungshaltung, Humaneutik